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Die Peredwischniki

Vom 25. September 2016 bis 2. April 2017 präsentiert das Drents Museum eine Schau mit Werken einer Künstlergruppe, die den russischen Kunstbetrieb gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf den Kopf stellte: die Peredwischniki. In einer unruhigen Zeit, die geprägt war von großen sozialen Unterschieden, erhoben sie die Darstellung des Alltags einfacher Menschen zur Kunst. Das Gemälde Die Wolgatreidler von Ilja Repin gehört zu den bedeutendsten Werken der Kunstgeschichte. Das Drents Museum zeigt 73 Gemälde von 36 Künstlern dieser Bewegung. Die Meisterwerke stammen aus der Sammlung des Staatlichen Russischen Museums in Sankt Petersburg. 

Die Gruppe der Peredwischniki
Im Jahr 1870 gründeten einige Maler aus Protest gegen die Doktrinen und die Kunstauffassung an der Kaiserlichen Kunstakademie in Sankt Petersburg eine Gesellschaft. Zu den Mitgliedern gehörten wichtige Maler wie Ilja Repin, Wladimir Makowski, Archip Kuindschi und Walentin Serow. Die Künstler bildeten keine eigenständige Schule mit festen Grundsätzen. Ihnen gemein war jedoch das Streben nach Unabhängigkeit vom Staat. Die Maler wollten frei sein in ihrer Arbeit und auch in der Wahl der Ausstellungsorte. Sie nannten sich die Peredwischniki, zu Deutsch  Wanderer, die auch als 'Gesellschaft zur Veranstaltung von Wanderausstellungen' bezeichnet wurde. Ihre Ausstelllungen waren nicht nur in Sankt Petersburg und Moskau zu sehen, sondern auch in vielen anderen Städten Russlands.

Neue Themen
Die Peredwischniki stellten das Leben der gewöhnlichen Menschen dar und scheuten dabei auch nicht die brisanten Themen wie etwa schwierige Lebensbedingungen, soziales Unrecht und Hunger. Auch verhalfen sie der Porträtmalerei zu einer neuen Blüte. Sie porträtierten sowohl die kulturelle und intellektuelle Elite, als auch die eigene Familie, Freunde und Menschen aus dem Volk. Auch die Natur und die Landschaft waren Themen ihrer realistischen Malerei. In hellen, schillernden Farben hielten sie die Weite der russischen Landschaft in all ihren Facetten fest. Insbesondere die spirituellen Aspekte der Natur und der Religion spiegeln sich in ihren Werken wider. Einen weiteren Themenkomplex bilden Episoden aus der russischen Geschichte und Volkserzählungen. Durch die Peredwischniki erhielten sie eine moderne und nationalistische Prägung.

Der Bezug zur eigenen Sammlung
Der Schwerpunkt der Sammlung des Drents Museum liegt auf der niederländischen Kunst aus der Zeit 1885-1935. Peredwischniki - Russischer Realismus aus dem Kreis Repins von 1870 bis 1900 ist die zweite Ausstellung in der Reihe Kunst um 1900 im internationalen Bezug im Drents Museum. The Glasgow Boys - Schottischer Impressionismus 1880-1900 war die erste Schau (2015/2016) dieser Serie.  

Publikation
Zu der Ausstellung Peredwischniki erscheint ein gleichnamiger Katalog im Verlag WBOOKS, Zwolle.
Bitte klicken Sie hier um die Broschüre mit unseren Aktivitäten zu sehen.