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Die Utopie des Kim

Reizende Familienszenen, heldenhafte Soldaten, heroische Arbeiter und Lobpreisungen an den großen Führer. In der Ausstellung Die Kim-Utopie - Malerei aus Nordkorea gibt das Drenther Museum anhand von rund 100 Gemälden und Arbeiten auf Papier einen einzigartigen Einblick in das geschlossene Nordkorea. Die Gemälde wurden in der Zeit von 1960 bis 2010 durch professionelle nordkoreanische Maler im Staatsdienst gemalt. Die Ausstellung zeigt vom 3. April bis zum 30. August, wie das Regime Kunst des Sozialistischen Realismus einsetzt, um ein utopisches Nordkorea zu erschaffen und aufrechtzuerhalten. Zur gleichen Zeit ist im Museum die Fotoausstellung Nordkoreanische Perspektiven zu sehen.

Idealisierte Gesellschaft
Die Arbeiten der Ausstellung stammen aus einer außergewöhnlichen Privatsammlung des niederländischen Sammlers Ronald de Groen. Über zwanzig Jahre hat eine speziell dafür eingerichtete Gruppe von Nordkoreanern das Land nach Kunst des Sozialistischen Realismus von hoher Qualität abgesucht. Die Malereien spiegeln eine durch den Staat orchestrierte und idealisierte nordkoreanische Gesellschaft wider: die Kim-Utopie. Zentrale Themen sind der große Führer, heldenhafter Widerstand und Patriotismus, industrieller und wissenschaftlicher Fortschritt und die Fruchtbarkeit der Landwirtschaft.

Kunst als politisches Medium
Unter der visionären Führung von Kim Il Sung (Ewiger Präsident der Republik von 1912 bis 1994) hat sich dieses utopische Nordkorea von der Last der Vergangenheit befreit. Die Kim-Utopie stellt dar, dass die Nordkoreaner in Freiheit für eine paradiesische Zukunft arbeiten. Gleichzeitig zeigen die Arbeiten in der Ausstellung die Kraft der Kunst als politisches Medium und die Verflechtung von Kunst und Politik, wie wir dies auch aus der Sowjetunion und dem maoistischen China kennen. Die Kim-Utopie ist die vierte Ausstellung in der Reihe Internationaler Realismus im Drenther Museum.

Die Kim-Utopie wurde in Zusammenarbeit mit Dr. Koen de Ceuster entwickelt, der dem Institut für Länderkunde der Universität Leiden angehört. De Ceuster ist eine internationale Autorität auf dem Gebiet der nordkoreanischen Kunst- und Kulturpolitik. Während der Ausstellung erscheint die gleichnamige Veröffentlichung Die Kim-Utopie von WBOOKS, Zwolle. Das Buch kostet 24,95 Euro und ist im Museumsshop erhältlich.

Nordkoreanische Perspektiven
3. April bis 30. August 2015

Welchen Eindruck erhalten wir von Nordkorea auf der Grundlage der uns zur Verfügung stehenden Fotos? Dies ist die zentrale Frage der Fotoausstellung Nordkoreanische Perspektiven, die gleichzeitig mit Die Kim-Utopie im Drenther Museum zu sehen ist. Die Kim-Utopie zeigt vor allem das idealisierte Nordkorea, während die Fotoausstellung der offiziellen Version des Staates eine alternative Sicht auf das Land gegenüberstellt.

Neben den zugelassenen Fotografien der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA und von Fotografen wie Philippe Chancel und Pierre Bessard, werden Bilder von internationalen Fotojournalisten wie David Guttenfelder und Thomas Van Houtryve gezeigt, die in Nordkorea arbeiten. Aber auch Bilder von internationalen Künstlern wie Alice Wielinga und Seung Woo Back sind zu sehen, die mittels Fotografie, manchmal in Kombination mit anderen Medien, ihre Sicht auf Nordkorea zeigen. Diese Projekte bieten ein Gegengewicht zu den kontrollierten Bildern, die der nordkoreanische Staat verbreitet.

Nordkoreanische Perspektiven wurde von dem international renommierten Kurator Marc Prüst zusammengestellt und ist im Auftrag von Noorderlicht produziert.