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Molukkers in Drenthe

Im Frühjahr 2023 ist die große Ausstellung Molukker in Drenthe in der Abteikirche des Drents Museum zu sehen. Die Geschichte der Molukker in den Niederlanden, die eng mit Drenthe verknüpft ist, ist ein Kapitel mit dunklen Seiten. In der Schau Molukker in Drenthe beleuchtet das Drents Museum weniger bekannte Aspekte, so etwa den „vrouwenloods“ (die Unterkunft der Frauen im KNIL-Lager in Indonesien), die wochenlange Überfahrt von Indonesien in die Niederlande und die Frage, wie junge Molukker die 1960er-Jahre in Drenthe erlebten. 

Das Thema der Molukker in den Niederlanden wird oft aus persönlicher, soziologischer, politischer oder kultureller Sicht betrachtet. Die Ausstellung Molukker in Drenthe wählt jedoch einen anderen Blickwinkel. Das Museum nähert sich diesem Thema aus historischer Sicht und beleuchtet weniger bekannte Aspekte. Die problematische, sehr reservierte Haltung des niederländischen Staats gegenüber den Molukkern zieht sich dabei wie ein roter Faden durch die Ausstellung.  

Ein anderer Blick
Die Ausstellung Molukker in Drenthe beschäftigt sich unter anderem mit dem Leben im „vrouwenloods“, der Unterkunft der Frauen und Kinder der einheimischen Soldaten der KNIL (Niederländisch-Indische Armee) in Indonesien. Wie war der Alltag dort organisiert und inwiefern unterschied sich das Leben in einem Drenther Auffanglager davon? Ein Aspekt der Ausstellung ist auch die Organisation und der Verlauf der Reise von Indonesien in die Niederlande. Was durfte man mitnehmen, was ereignete sich während der Fahrt und wie ging die Verteilung auf die niederländischen Auffanglager vonstatten? Außerdem zeigt die Schau, wie molukkische Jugendliche die 1960er-Jahre in Drenthe erlebten. Welche Rolle spielte die Musik des „Indo-Rock”? Wie viel Freiheit bedeutete ein eigenes Mofa? Und welche Möglichkeiten eröffneten sich mit der neu eingeführten „tienertoer“, der günstigen (Sommer-)Zugfahrkarte für Jugendliche?
 
Molukker in Drenthe 
Im Jahr 1951 kamen etwa 12.500 Molukker in die Niederlande, jeder fünfte kam nach Drenthe. Das Lager Schattenberg in Drenthe gehörte mit etwa 2.500 Bewohnern zu den beiden größten Auffanglagern in den Niederlanden. Letztendlich übersiedelten die meisten der „Drenther” Molukker in molukkische Siedlungen in Hoogeveen, Bovensmilde und Assen (die dortige Siedlung ist noch immer das größte molukkische Viertel in den Niederlanden). Viele der Aktionen der Molukker in den 1970er-Jahren spielten sich in Drenthe ab.

Siebzig Jahre 
Vor genau siebzig Jahren kamen die ersten Molukker in Drenthe an. Das Drents Museum, das Drents Archief, das Herinneringscentrum Kamp Westerbork und die  Stiftung ADAK (Aan de Andere Kant) erinnern daran. So wurde kürzlich der vierteilige Podcast „Kamp Schattenberg” (Auffanglager Schattenberg) gestartet, den das Archiv in Zusammenarbeit mit RTV Drenthe produzierte. Und ab April finden Sie auf der Webseite geheugenvandrenthe.nl einen interaktiven Grundriss des Lagers mit Geschichten und Fotos der Menschen, die dort lebten.