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Martin Roemers

Im Jahr 2002 machte der Fotograf Martin Roemers (*1962) eine Serie von Fotos niederländischer Soldaten, die in Afghanistan stationiert waren. Ihr Heimatstützpunkt war die Johan Willem Friso-Kaserne in Assen. Roemers arbeitete mit einem antiken Fotoapparat, den er sich von einem Straßenfotografen in Kabul ausgeliehen hatte, was den Porträts eine besondere Tiefe verleiht. Mit Kabul-Porträts ist eine Fotoserie von Soldaten entstanden, die zeitlos ist und nichts beschönigt. In der Ausstellung Martin Roemers – Kabul-Porträts, niederländische Soldaten in Afghanistan präsentiert das Drents Museum bis zum 17. Juni 2018 vierzehn dieser eindrucksvollen Fotos im Großformat.

Der Fotograf Martin Roemers hat sich in verschiedenen Projekten mit den Folgen von Krieg und anderen Konflikten beschäftigt. Im Jahr 2002 fotografierte er im Auftrag des niederländischen Militärmuseums in Delft die heimischen Truppen in Afghanistan, wobei die Umsetzung des Projekts ihm selbst überlassen war. Die Soldaten gehörten den internationalen ISAF-Truppen an, die nach dem Sieg über die Taliban die Sicherheit in Kabul gewährleisten sollten. 

Entwicklung der Fotos vor Ort
Roemers Aufnahmen entstanden auf besondere Weise. Auf einem Platz in Kabul begegnete er Straßenfotografen, die mit antiken Fotokameras und  ganz eigenen Entwicklungsverfahren Passfotos machten. Diese Methode nutzte Roemers auch für seine Serie. Er lieh sich den Fotoapparat eines Straßenfotografen, richtete ein provisorisches Fotoatelier im NATO-Stützpunkt ein und porträtierte Soldaten, die er anhand ihrer Gesichter und ihrer Ausstrahlung auswählte.

Für die Aufnahme mussten die Porträtierten zehn Sekunden vor der Kamera still sitzen. Anschließend entwickelte der afghanische Fotograf die Bilder vor Ort. Das Ergebnis ist eine raue Serie mit Unvollkommenheiten, Flecken und  Kratzern, aus denen tiefer Ernst spricht.

Folgen des Krieges und anderer Konflikte
Martin Roemers (*1962) wuchs in Assen auf und studierte an der AKI Akademie für Bildende Kunst in Enschede. Mittlerweile kann Roemers auf ein umfangreiches internationales Œuvre blicken, und seine Werke sind weltweit auf Ausstellungen zu sehen. Bisher sind von ihm acht Bildbände erschienen, darunter Kabul. Niederländische Truppen in Afghanistan. Seine Werke finden sich im Rijksmuseum in Amsterdam, im Huis Marseille - Museum für Fotografie in Amsterdam, im Deutschen Historischen Museum in Berlin, im Museum for Fine Arts in Houston (Texas) und anderen Museen. The New York Times, The Wall Street Journal, The New Yorker, National Geographic Magazine und viele andere Printmedien veröffentlichten Artikel über seine Arbeit. Martin Roemers wird von Galerien in Amsterdam, Dubai, Paris und New York vertreten.